Loading...

Preiskalkulation Restaurant: Wareneinsatz, Deckungsbeitrag und Verkaufspreis

Veröffentlicht am: 25.03.2025

Aktualisiert am:

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Redaktionell verantwortlich: Andreas Berghammer.

Für einen belastbaren Restaurantpreis brauchst du die Zutatenkosten je Portion, den Nettoverkaufspreis und den Beitrag zur Deckung deiner weiteren Kosten. Rechne Speisen und Getränke mit dem passenden Umsatzsteuersatz und prüfe die Verkaufszahlen. Eine niedrige Wareneinsatzquote allein macht ein Gericht noch nicht wirtschaftlich. Hier findest du Formeln, eine Beispielkarte und eine Getränkekalkulation für hausgemachte Limonade – vom Einkauf bis zum Deckungsbeitrag.

Wareneinsatzquote berechnen

Setze Wareneinsatz und Umsatz desselben Zeitraums ein und vergleiche deine Szenarien.

Separat öffnen
Header Image

Drei Begriffe, drei unterschiedliche Fragen

  • Zutatenkosten je Portion: Was kosten die tatsächlich eingesetzten Mengen eines Gerichts?

  • Wareneinsatzquote: Welcher Anteil des Nettoumsatzes wird durch den zugehörigen Wareneinsatz verbraucht?

  • Deckungsbeitrag: Was bleibt nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der übrigen Kosten?

Rechne konsistent netto, wenn dein Betrieb vorsteuerabzugsberechtigt ist. Für andere steuerliche Situationen muss die Kostenbasis angepasst werden. Alle Einkaufs-, Mengen- und Verkaufswerte in diesem Artikel sind hypothetische Rechenannahmen, keine aktuellen Marktpreise oder Branchenbenchmarks.

Zutatenkosten je Portion berechnen

Zutatenkosten = Summe aus eingesetzter Menge × zugehörigem Einkaufspreis. Verwende dieselben Einheiten. Berücksichtige Ausbeute, nicht essbare Anteile und gemessene Verluste; schlage nicht pauschal eine unbelegte Verderbsquote auf.

Zutat

Angenommener Einkaufspreis

Menge

Kosten

Pasta

1,80 €/kg

150 g

0,27 €

Garnelen

12,50 €/kg

120 g

1,50 €

Tomaten

1,20 €/400 g

150 g

0,45 €

Knoblauch

5,00 €/kg

10 g

0,05 €

Olivenöl

8,00 €/l

20 ml

0,16 €

Zwiebel

1,60 €/kg

50 g

0,08 €

Parmesan

18,00 €/kg

15 g

0,27 €

Basilikum

1,52 €/Bund

¼ Bund

0,38 €

Weitere Gewürze

Angenommener Portionsbetrag

—

0,15 €

Summe

—

—

3,31 €

Netto, Brutto und Umsatzsteuer sauber trennen

Für Deutschland sieht § 12 UStG bei Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen für Speisen 7 % vor; Getränke sind von dieser Ermäßigung ausgenommen und unterliegen grundsätzlich 19 %. Stand: 27.10.2026. Sonderfälle und gemischte Leistungen müssen richtig zugeordnet werden.

Nettoverkaufspreis = Bruttopreis ÷ (1 + Umsatzsteuersatz). Bei 14,20 € brutto und 7 % sind das 14,20 € ÷ 1,07 = rund 13,27 € netto. Für ein Getränk mit 19 % wird durch 1,19 geteilt. Die Umsatzsteuer ist kein frei verfügbarer Deckungsbeitrag.

Wareneinsatzquote der Portion = Zutatenkosten ÷ Nettoverkaufspreis × 100. Das Beispiel ergibt 3,31 € ÷ (14,20 € ÷ 1,07) × 100 ≈ 24,9 %. Dieser Prozentwert ist keine allgemeine Gut-/Schlecht-Grenze.

Mit einem Kalkulationsfaktor einen Ausgangspreis bilden

Nettoverkaufspreis = Zutatenkosten × Faktor. Der Faktor ist eine Annahme für die Planung, kein Beweis, dass der Preis Personal, Miete und alle weiteren Kosten deckt. Diese rein rechnerischen Beziehungen helfen beim Gegenprüfen:

Beispielfaktor

Rechnerischer Zutatenanteil am Nettopreis

3

33,3 %

4

25,0 %

5

20,0 %

6

16,7 %

Schritt

Rechnung

Ergebnis

Zutatenkosten

Summe der Portion

3,31 €

Nettopreis mit Faktor 4

3,31 € × 4

13,24 €

Bruttopreis bei 7 %

13,24 € × 1,07

14,17 € gerundet

Gewählter Kartenpreis

Beispielannahme

14,20 €

Netto aus dem gewählten Preis

14,20 € ÷ 1,07

13,27 € gerundet

Getränkekalkulation: Beispiel für eine Hauslimonade

Für Getränke startest du mit Rezeptur und Ausschankmenge. Das folgende Beispiel rechnet mit 30 ml Sirup, 270 ml Mineralwasser und einer Garnitur. Einkaufspreise, Kartenpreis und Zusatzkosten sind frei gewählte Modellannahmen; alle Kosten werden netto angesetzt. Für die hier im Restaurant servierte Limonade rechnen wir mit 19 % Umsatzsteuer.

Zutat

Annahme netto

Kosten je Glas

Sirup

30 ml × 8,00 €/l

0,24 €

Mineralwasser

270 ml × 1,00 €/l

0,27 €

Garnitur

Angenommener Portionsbetrag

0,09 €

Zutaten gesamt

0,24 € + 0,27 € + 0,09 €

0,60 €

Vom angenommenen Kartenpreis von 3,90 € ziehst du zuerst die Umsatzsteuer rechnerisch ab. Danach berücksichtigst du die Zutaten und weitere direkt variable Kosten. Die zusätzlichen 0,08 € je Glas sind hier eine Modellannahme, etwa für eine direkt zurechenbare Verkaufsgebühr.

Schritt

Rechnung

Ergebnis

Kartenpreis brutto

Annahme

3,90 €

Nettoverkaufspreis

3,90 € ÷ 1,19

3,28 €

Beitrag nach Zutaten

3,90 € ÷ 1,19 − 0,60 €

2,68 €

Weitere variable Kosten

Annahme je Glas

0,08 €

Deckungsbeitrag je Glas

3,90 € ÷ 1,19 − 0,60 € − 0,08 €

2,60 €

Die Rechnung verwendet ungerundete Zwischenwerte; die Tabelle zeigt gerundete Euro-Beträge. Die Zutatenquote beträgt 0,60 € ÷ (3,90 € ÷ 1,19) × 100 ≈ 18,3 %. Der Deckungsbeitrag von rund 2,60 € steht zur Deckung der übrigen Kosten und anschließend für Gewinn zur Verfügung. Bewerte deshalb auch Vorbereitung, Arbeitszeit und realistisch verkaufbare Mengen.

Du kannst den Kartenpreis auch rückwärts planen: Benötigst du im Modell 2,80 € Beitrag je Glas, ergibt sich (0,60 € Zutaten + 0,08 € weitere variable Kosten + 2,80 € Zielbeitrag) × 1,19 = 4,14 € brutto, gerundet. Bei einem gewählten Kartenpreis von 4,20 € verbleiben mit denselben Kosten rund 2,85 € Beitrag je Glas. Den nötigen Zielbeitrag leitest du aus deinem Kostenplan und einer realistischen Absatzmenge ab.

Übertrage das Beispiel mit deinen eigenen Einkaufspreisen und Rezepturen. Für Wein, Bier oder Cocktails gehören die tatsächliche Ausschankmenge und gemessene Verluste ebenfalls in die Rechnung. Gemeinkosten, die über den Zielbeitrag gedeckt werden sollen, darfst du dabei nicht nochmals als Stückkosten abziehen.

Deckungsbeitrag: weitere variable Kosten nicht vergessen

Deckungsbeitrag = Nettoerlös minus variable Kosten. Ziehst du nur die Zutaten ab, erhältst du zunächst einen vereinfachten Beitrag nach Zutaten. Weitere direkt variable Kosten wie Verpackung oder Verkaufsprovisionen sind gegebenenfalls zusätzlich abzuziehen. Personalkosten dürfen nicht doppelt berücksichtigt werden.

Die folgende Tabelle nimmt zur Veranschaulichung nur Zutaten als variable Kosten an. Sie zeigt keine vollständigen Gerichtskosten. Geldbeträge und Quoten sind gerundet.

Gericht

Brutto bei 7 %

Netto

Zutaten

Quote

Beitrag nach Zutaten

Pasta Garnelen

14,20 €

13,27 €

3,31 €

24,9 %

9,96 €

Caesar Salad

11,80 €

11,03 €

2,10 €

19,0 %

8,93 €

Rinderfilet

32,90 €

30,75 €

12,50 €

40,7 %

18,25 €

Wiener Schnitzel

21,50 €

20,09 €

5,80 €

28,9 %

14,29 €

Tiramisu

8,50 €

7,94 €

1,40 €

17,6 %

6,54 €

Pommes

4,80 €

4,49 €

0,65 €

14,5 %

3,84 €

Das Rinderfilet liefert in diesem Modell trotz des höheren Zutatenanteils den höheren Euro-Beitrag. Seine Zubereitungszeit und weitere Kosten sind damit noch nicht bewertet. Ein kleiner Zutatenanteil allein rechtfertigt also ebenso wenig eine Empfehlung wie ein großer Anteil automatisch einen Ausschluss.

Chefplatz Logo

Jetzt Chefplatz ausprobieren!

Binde Reservierungen direkt auf deiner Website ein – einfach, schnell und deine Kunden im Mittelpunkt.

Mehr erfahren

Auch interessant:

Header Image

Mit lokalen Produkten zum nachhaltigen Restauranterfolg

"Regional" ist längst mehr als ein Trend-Buzzword auf der Speisekarte. Gäste fragen zunehmend, woher die Zutaten kommen — und sie sind bereit, dafür mehr zu zahlen. Gleichzeitig stärkt die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten deine Lieferkette, reduziert Abhängigkeiten von Großhändlern und gibt deinem Restaurant eine Geschichte, die kein Mitbewerber kopieren kann. Die Frage ist nicht, ob du auf lokale Produkte setzen solltest — sondern wie du es wirtschaftlich sinnvoll machst.

Eine nachvollziehbare Speisekartenanalyse

Vergleiche Nachfrage und Euro-Beitrag getrennt. Definiere zuerst die Grenzen, statt die Gerichte nach Gefühl als Stars oder Ausläufer zu etikettieren. Unsere vereinfachte Beispielanalyse verwendet die oben gerundeten Beiträge.

Nachfrage

Beitrag im Modell

Mögliche Maßnahme

Hoch

Hoch

Verfügbarkeit und Qualität sichern

Hoch

Niedrig

Rezeptur, Preis und Zusatzkosten prüfen

Niedrig

Hoch

Verständlichkeit und Nachfrage prüfen

Niedrig

Niedrig

Rolle auf der Karte kritisch prüfen

Beispielgrenzen: 326 Verkäufe auf sechs Gerichte ergeben durchschnittlich 54,3 Verkäufe je Gericht. Der mit Verkaufszahlen gewichtete Beitrag beträgt rund 10,15 € je Verkauf. In dieser bewusst vereinfachten Analyse bedeutet „hoch“ jeweils mindestens diesen Durchschnitt; das sind keine allgemeinen Menu-Engineering-Grenzwerte.

Gericht

Verkäufe

Beitrag

Nachfrage

Beitrag im Modell

Wiener Schnitzel

85

14,29 €

Hoch

Hoch

Rinderfilet

22

18,25 €

Niedrig

Hoch

Pasta Garnelen

64

9,96 €

Hoch

Niedrig

Caesar Salad

72

8,93 €

Hoch

Niedrig

Pommes

48

3,84 €

Niedrig

Niedrig

Tiramisu

35

6,54 €

Niedrig

Niedrig

So wird zum Beispiel die Pasta nicht fälschlich gleichzeitig als durchschnittlich und hochprofitabel eingestuft. Streiche Beilagen oder Desserts trotzdem nicht automatisch: Ihre Rolle im Gesamtbon, Vorbereitung, Nachfrage und zusätzliche Verkäufe gehören zur Entscheidung.

Wareneinsatz einer Periode ist nicht einfach Wareneinkauf

Wareneinsatz der Periode = Anfangsbestand + zugehörige Einkäufe − Endbestand. Halte Bewertung, Zeitraum und Abgrenzung konsistent und prüfe Umbuchungen beziehungsweise weitere Bestandsbewegungen. Einkaufen und Verbrauchen finden nicht zwingend im selben Monat statt.

Hypothetisches Monatsbeispiel: 4.000 € Anfangsbestand + 10.000 € Einkäufe − 5.000 € Endbestand = 9.000 € Verbrauch. Bei 30.000 € zugehörigem Nettoumsatz sind das 30 %. Nur mit dem Einkauf gerechnet ergäben sich 33,3 %; das wäre eine andere Größe.

Mit dem vorhandenen Wareneinsatzquoterechner kannst du deine eigenen Werte vergleichen. Verwende den Verbrauch des passenden Zeitraums und eine dazu passende Umsatzbasis.

Preise ändern: Annahmen transparent halten

Prüfe bei geänderten Zutaten-, Lohn- oder sonstigen Kosten deine Preise neu. Einen allgemein richtigen Erhöhungsrhythmus oder eine garantiert unbemerkte Preiserhöhung gibt es hier nicht. Verwende klare Preise und beobachte Nachfrage sowie Beitrag nach der Änderung.

Reines Rechenbeispiel, keine Umsatzprognose: Der Bruttopreis steigt von 17,50 € auf 18,38 €. Angenommen werden unverändert 120 Verkäufe pro Tag und 26 Verkaufstage je Monat. Mengenreaktionen und zusätzliche Kosten sind noch nicht berücksichtigt.

Kennzahl

Vorher

Nachher

Differenz

Bruttopreis

17,50 €

18,38 €

0,88 €

Tagesumsatz brutto

2.100,00 €

2.205,60 €

105,60 €

Monatsumsatz brutto

54.600,00 €

57.345,60 €

2.745,60 €

Die Differenz ist Bruttoumsatz, nicht Gewinn. Rechne für den Ergebnisvergleich netto weiter und berücksichtige geänderte Mengen, Kosten und Produktmischungen.

Dein Kalkulationsblatt und die laufende Kontrolle

Größe

Rechnung oder Datengrundlage

Worauf du achtest

Portionskosten

Menge × aktueller Einkaufspreis je Zutat

Einheiten, Ausbeute und gemessene Verluste

Verbrauch der Periode

Anfangsbestand + Einkäufe − Endbestand

Gleicher Zeitraum und passende Umsatzgruppe

Wareneinsatzquote

Passender Wareneinsatz ÷ Nettoumsatz × 100

Kein pauschaler Zielwert für alle Konzepte

Personalkosten

Tatsächliche Arbeitgeberkosten und Stunden

Vorbereitung und Abwesenheiten konsistent erfassen

Durchschnittsbon

Nettoumsatz ÷ Zahl der Gäste

Nicht mit Anzahl der Bons verwechseln

  • Für die wichtigsten Gerichte Rezeptblätter und Einkaufspreise aktualisieren.

  • Nach einer Preisrundung den tatsächlichen Nettopreis erneut berechnen.

  • Weitere variable Kosten separat und ohne Doppelzählung erfassen.

  • Verkäufe, Zubereitungszeit und Beitrag gemeinsam bewerten.

  • Bei Bestandsänderungen Einkauf und Verbrauch getrennt betrachten.

Für die zweite große Planungsgröße nutze den Personalkostenratgeber. Wenn Erlöse trotz guter Kalkulation fehlen, hilft die Umsatzdiagnose; bei Kapazitätsproblemen die RevPASH-Rechnung.

Quellen und Aktualisierung

Stand: 27.10.2026, Deutschland. Umsatzsteuersätze: § 12 UStG. Fachlicher Hintergrund zur Verbindung von Kapazität, Nachfrage und Karte: Cornell University, Restaurant Revenue Management. Grundformel für den Deckungsbeitrag: Stadt Nürnberg, Formelsammlung, Seite 2. Alle Tabellen sind eigene vereinfachte Beispiele; sie ersetzen keine individuelle Steuer- oder Kostenrechnung.

Andreas Berghammer

Andreas Berghammer

Gründer & Fullstack Developer

Hinter Chefplatz steht kein gesichtsloses Konzern-Team, sondern Andreas Berghammer. Als erfahrener Unternehmensberater und leidenschaftlicher Software-Entwickler verbindet er zwei Welten, die viel zu selten miteinander sprechen: Strategische Business-Expertise und tiefgreifendes technisches Verständnis. Er entwickelt skalierbare Webanwendungen, die darauf ausgelegt sind, echte Probleme zu lösen.